Die Sache mit dem besten Shopsystem

Ich liebe markante Standpunkte im eCommerce-Bereich. Ganz ehrlich. Kontroverse Thesen führen zu Klarheit – sie fordern eine Stellungnahme geradzu heraus. Und das führt dazu, dass man die eigene Meinung überdenkt.

Darum bin ich Alexander Graf vom Kassenzonen-Blog dankbar, dass er den Artikel Das beste Shopsystem verfasst hat. Die Menge der Kommentare belegt: das Thema wird kontrovers diskutiert. Und das finde ich ziemlich erfrischend.

Auch wenn Alexander Graf die Frage mit „Shopware“ beantwortet, würde ich hier erstmal dagegen argumentieren: Natürlich gibt es pauschal gesehen „das beste Shopsystem“ nicht. Genauso unmöglich ist es, nach dem besten Automodell zu fragen. In den Kommentaren zum Beitrag wird das angesprochen und auch Gründe genannt. Und genau das hilft ja auch, um weiterzukommen: was sind denn genau meine Anforderungen? Und damit kommt man dem Kern der Frage schon viel näher.

Ob ich Kleidung oder Elektroartikel verkaufe, macht einen erheblichen Unterschied. Und was für den größten deutschen Online-Shop für Schuhe richtig ist, muss für ein mittelständisches Unternehmen noch lange nicht gut sein. Ich kann aber sehr wohl das für mich beste Angebot finden, wenn ich meine Ansprüche konkret fasse: was will ich erreichen und wie komme ich am besten dort hin? Es geht darum, den individuellen Bedarf zu ermitteln und die Anforderungen zu konkretisieren.

Denn die bekannten Shopsysteme liefern Standardlösungen für einen breiten, idealtypischen Anwendungsfall, der so in der Realität nie anzutreffen sein wird. Shopsysteme sind eben kein fertig eingerichtetes Ladengeschäft. Sie sind eine Rohform, die für jedes individuelle Geschäftsmodell angepasst werden sollte. So befinden sich an verschiedenen Stellen in den originalen Shopware-Templates Hinweise auf Sofortdownloads (etwa im Kundenaccount), die dort nicht erscheinen sollten, wenn ich einen Shop für Haushaltswaren betreibe. Ähnliches gilt für Magento: auch dort sollte ich die „Report all Bugs“-Meldung im Footer besser auskommentieren, um einen serösen Eindruck bei meinen Kunden zu hinterlassen.

Und das wäre mein vorläufiges Statement zu der Thematik:
Das beste Shopsystem ist das, mit dem ich meine individuellen Anforderungen möglichst gut realisieren kann.

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