So war´s wirklich : Shopware Community Day 2012

„Meine Sonnenbrille hätte ich zu Hause lassen können“ dachte ich noch und befürchtete am Morgen, dass sich der Tag ähnlich trüb wie der Vortag gestalten würde. Aber dann kam alles anders und das Wetter klärte sich rechtzeitig zum Shopware Community Day auf.

Zum zweiten Mal fand das Hauptevent rund um Shopware in Ahaus statt. Und inzwischen finde ich den Weg zum Gebäude von Tobit.Software im Schlaf. Nach der Akkreditierung ging es kurz nach 10 Uhr los. Der Start dieses Jahr fiel bombastisch aus: ein Countdown mit akkustischem Herzschlagpochen, gefolgt von einem epochalen Intro. Und dazu fuhr ein DeLorean aus dem Film „Zurück in die Zukunft“ durch die Messehallen mit dem Shopware Vorstand an Board. So erfüllt man sich Kindheitsträume und damit hatte die Shopware AG heute schon bei mir gewonnen: dieser Tag musste einfach richtig gut werden.

Los ging es direkt mit der Keynote zu Shopware 4. Sicher die richtige Entscheidung, denn in Gesprächen bekam ich den Eindruck: alle warteten sehnsüchtig auf Informationen zur neuen Version der Shopsoftware. Statt langatmiger Vorreden ging André Schultewolter von der shopware AG gleich ans Eingemachte und präsentierte die aktuelle Betaversion von Shopware 4 dem vollbesetzten Saal. Man bekam gleich einen plastischen Eindruck: insbesondere das Backend wurde stark überarbeitet und „Look & Feel“ wurden nochmals deutlich verbessert. Ein kleiner Seitenhieb auf das Backend eines älteres Shopsystem sorgte für Schmunzeln und im direkten Vergleich dazu wirkte Shopware 4 wirklich wie direkt aus der Zukunft eingeflogen. Damals (und das war gerade mal 2006): unübersichtliches Tabellenlayout. Heute: durchdachte Menüführung, modular zusammenstellbare Widgets und modernes Layout.

Gleichsam hob André Schultewolter hervor, dass man in der Praxis bewährte Elemente wie die Kategorienleiste des Backends beibehalten wolle. Er führte die neue Bild-Upload-Funktion vor, mit der sich das Dateienhandling noch übersichtlicher gestaltet. Auch die Einkaufswelten lassen sich leichter bestücken, wo nun mit variabler Höhe und Breite Banner und Artikel eingestellt werden können. Und die bisher kostenpflichtigen Module Artikel-Konfigurator und Produktexport werden von Werk aus (sogar in der Community Edition) gleich freigeschaltet sein. In einer Talk-Runde mit dem Leiter der Entwicklungsabteilung und Vorstandsmitglied Stefan Hamann wurden die technischen Neuerungen näher erläutert: z.B. Refactoring der Backend Module und Verbesserung des Caching. Und davon kann sich jeder Messebesucher zu Hause überzeugen: denn es gab für alle Shopware 4 auf einem Gratis-USB-Stick.

Auf dem letzten Community Day hatte ich mir noch die meisten Fachvorträge im Atrium angesehen. Dieses Jahr fanden zusätzlich in einem separaten Saal zwei Entwickler-Workshops statt. Der Andrang war so groß, dass beide Workshops spontan wiederholt wurden. Ein Riesen-Kompliment an die Veranstalter für diese Entscheidung. Im ersten Workshop, in dem ich mir noch mit Glück einen Stehplatz sichern konnte, führte Waldemar Kunz von der Satzmedia GmbH die Programmierung eines Shopware-Plugin für die Zuordnung von Icons vor: von Bootstrap-Datei bis zur Einbindung eigener Controller. Für technisch Interessierte war diese Veranstaltung ein deutlicher Mehrwert zum Messebesuch.

Im Hauptsaal starteten zeitgleich die Fachvorträge: von Klarna über Pixi bis Trusted Shops. Ich hatte mich richtig gefreut auf den Vortrag von Roman Zenner: „Der Shop läuft – und jetzt?!“. Der Vortrag stellte sich als ein trojanisches Pferd dar: nachdem er erst die anwesenden Shopbetreiber zu den Erfahrungen mit dem Start des Shops fragte, ging es schnurstracks zu etwas völlig anderem. Wie sieht denn die Zukunft des Shops in der eCommerce Umwelt aus? Roman Zenner führte kurz ein paar Überlegungen zur Rolle von Google, Amazon, Apple und Facebook auf. Und da wurde es teils weniger gemütlich, denn die Metapher vom Türsteher in der Shopping Mall im Bezug auf Google sprang viele im Publikum direkt an. Genau diese Blicke über den Tellerrand hinaus, waren doch das eigentlich Weiterführende des Tages. Und der engagierte und lockere Vortragsstil von Roman Zenner („Idee Nr.6: Kaufen Sie sich ein iPad!“) sorgte für Gelächter.

Leider verpasste ich die eCommerce Podiumsrunde, die hierzu sicher noch ein paar weitere interessante Einschätzungen lieferte, ebenso den Vortrag von Alexander Ringsdorff. Denn zur gleichen Zeit fand die Wiederholung des zweiten Entwicklerworkshops statt, in der Marcel Schmäing von der shopware AG, die neue Backend-Programmierung vorstellte. Hier ging es richtig zur Sache mit der Vorstellung der REST-API und ExtJS 4.1. Endlich ist auch ein Erweitern von Modulen im Backend möglich, was hier anhand des Customer-Models vorgeführt wurde.

Das Abendevent fiel dann zugunsten der Heimreise aus und noch nachts musste ich direkt das VM Image von Shopware 4 installieren und per SFTP die neue Codebasis sichten.

Fazit: Alle verfügbaren Daumen hoch – beim Shopware Community Day 2012 blieben keine Erwartungen offen.

Hier alle meine Fotos diesen Jahres: flickr fotostream
Und so sah mein Eindruck letztes Jahr aus: Shop Freelancer – Blog Post Shopware Community Day 2011

Am Rande noch ein Feature Voting für den Shopware Community Day 2013: Bitte eine Garderobe mit Personal. Für Besucher, die mehr als ein Handtäschchen dabei haben, ist „ich stelle meine Tasche / Koffer / Rucksack bis abends in eine Ecke“ wirklich keine Option. Und den ganzem Tag mit Rollkoffer auf der Messe unterwegs zu sein – wie mehrfach gesehen – ist definitiv keine Alternative.

Edit: Hier zur Nachlese von Roman Zenner auf ecompunk: http://ecompunk.com/2012/06/04/recap-shopware-community-day/

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