Die Frage nach dem richtigen Online-Shop Hosting

Ein Klassiker unter den Themen rund um Online-Shops ist die Frage nach dem richtigen Hosting. Um das Thema weiter aufzufächern: Zwar geben Hosting-Anbieter Kennzahlen an. Die meisten davon sagen aber nicht aus, ob der Server für bestimmte Shopsysteme geeignet ist oder nicht. Halbwegs vergleichbar ist noch die Größe des verfügbaren Speicherplatz. Und inzwischen bekommt man oft auch im Niedrigpreisbereich einen SSH-Zugang, was mich zumindest sehr erfreut. Auch wenn hier die Befehle eingeschränkt sind, erleichtert das die Wartung doch deutlich.


Was Sie dagegen nicht in der Leistungsbeschreibung der Anbieter finden werden, ist die Geschwindigkeit der Auslieferung der Site. Viel Speicherplatz auf dem Server nützt wenig, wenn sich der Shop quälend langsam aufbaut. Und das sind Zahlen, die nur über Erfahrungswerte zu ermitteln sind. Denn Server-Monitoring-Tools zur Messung lassen sich in Shared-Hosting-Umgebungen nicht installieren. Und oft ist es nicht nur eine Frage der Geschwindigkeit, sondern dass die Software schlicht nicht zuverlässig läuft. Ich selbst erlebe täglich Fälle, wo etwa das vergleichsweise pflegeleichte Shopware 3.5 bei Hosting-Anbietern massive Probleme bereitet.

Die Sache lässt sich technisch begründen, aber auch schlicht ökonomisch. Wenn Sie einen Dienstleister bezahlen müssen, der sich erst auf Fehlersuche macht, kostet das schnell mehr, als wenn Sie gleich ein vernünftiges Hosting-Paket wählen. Oft lässt es sich nicht genau bestimmen, wo der Fehler liegt. Dazu kommt, dass selbst wenn die Ursache diagnostiziert werden kann, diese oft nicht beseitigt werden kann. Unpassende Einstellungen im MySQL-Server sind bei Hostern Off-Limits. Hosting bedeutet eben auch, dass Serverparameter nicht grundlegend modifiziert werden können. Und Hosting bedeutet sparen. Denn ich will ja nicht erst durch die Untiefen von Apache-Konfiguration und PHP-Kompilierung steigen, wenn ich einen einfachen Online-Shop betreiben möchte. Es sei denn, sie haben etwas in der Größenordnung eines bekannten US-amerikanischen Buchhändlers vor, aber davon reden wir hier nicht.

Definitiv abraten in den allermeisten Fällen würde ich von einem eigenen Root-Server. Hier kann es zu unangenehmen Überraschungen kommen. Etwa wie in dem Fall, den ich kürzlich erlebte, als der Server (genauer: das darunter liegende Linux-System) mitten in einer Schreiboperation abstürzte und hinterher die eigene Festplatte nicht mehr mounten konnte. Kurzzeitig sah es aus, als ob von MySQL-Datenbanken bis zu FTP-Daten alles komplett im digitalen Nirvana verschwunden sei. Und mit ein bißchen Pech liegen die Sicherungsfiles auch genau auf denselbem Server.

Diesen Stress kann man sich sparen. Alles in allem mein Tipp an der Stelle: suchen Sie sich einen zuverlässigen Hoster, der Hostings für das jeweilige Shopsystem anbietet. Dort sind in der Regel RAID-Systeme im Einsatz, mit denen Daten (auch wenn Sie entgegen allen Ratschlägen und Hinweisen keine Backups erstellt haben) auch wiederhergestellt werden können. Kaputte Festplatten brauchen Sie dann nicht mehr zu interessieren – sie outsourcen diese Aufgaben an den Hoster. Vor allem haben Sie einen direkten Ansprechpartner, der notfalls direkt vor Ort an der Hardware intervenieren kann.

Aus meiner Erfahrung reichen reguläre Hosting-Pakete bei bestimmten Anbietern bei Shops bis ca. 2000 Eur Umsatz pro Tag gut aus. Für 25-30 Eur im Monat können Sie ohne Probleme einen professionellen Shop (mit Shopware 4) betreiben. Ich selbst empfehle gerne die Hoster weiter, von denen ich weiß, dass die jeweilige Software ohne Probleme läuft. Denn auch PHP-Version ist nicht gleich PHP-Version. Und in der Praxis spart man sich und den Shopkunden jede Menge Ärger, wenn man gleich das richtige Hosting wählt.

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