Content Marketing leicht gemacht: 3 Tipps zur Optimierung Ihrer Website

Content Marketing geht steil was die öffentliche Aufmerksamkeit angeht. Seit 2011 gibt es zunehmendes Interesse und es finden sich inzwischen etliche Buchveröffentlichungen zu dem Thema bei den einschlägigen Fachverlagen. Befeuert wird der Buzz sicher auch durch Evangelisten wie Joe Pulizzi, die die Vorzüge des Content Marketing anpreisen. Zur Veranschaulichung habe ich eine Statistik über den Anstieg des Suchvolumens eingebettet. Man sieht, dass der Begriff in den USA im Unterschied zu Deutschland schon immer etabliert war, seit 2011 aber in beiden Ländern zunehmend nachgefragt wird.

Kurz und knapp erklärt: Content Marketing ist eine Fokussierung der Unternehmens-Kommunikation auf Inhalte, bei denen die Kunden im Mittelpunkt stehen. Nicht mehr von oben nach unten Einbahnstraßen-Kommunikation; Kunden sollen die Möglichkeit zur Partizipation erhalten, ohne allzu penetrant aufgefordert zu werden. Der Begriff des Content-Kurators schwebt im Raum, der Inhalte themenspezifisch sammelt und aggregiert zurückgibt (aber auch hier sollte man aufpassen. Ein schönes Negativ-Beispiel dafür ist der Dienst paper.li, von dessen Verwendung ich an der Stelle eher abraten möchte).
Ok, das hört sich alles soweit zwar vernünftig an, aber wird hier nicht einfach alter Wein in neuen Schläuchen präsentiert? So einfach lässt sich die Frage nicht beantworten, am ehesten mit einem entschiedenen „Jein“.

Die Idee dahinter existiert schon lange, sehr lange. 1891 verkaufte Dr. Oetker „Bakin“ mit Rezepten auf der Rückseite. Nicht einfach nur ein Produkt verkaufen, sondern den Kunden einen inhaltlichen Nutzen liefern, war hier die Idee. Anhand dieser Erfahrungen wurde 1911 das Dr. Oetker Kochbuch veröffentlicht, das zum dauerhaften Ruf des Konzerns beitrug. Um von „Backpulver verkaufen“ zu „Kochbuch veröffentlichen“ bedarf es vor allem eines: sich den Interessen der Kunden zu stellen.

Kundenorientierung ist alt, wird in Zeiten von Bewertungsportalen, Social Networks und Blogs allerdings immens wichtig. Es geht nicht darum, dem Kunden etwas um jeden Preis verkaufen zu wollen, sondern darum, mit dem Kunden zu sprechen. Hier bringt „Content Marketing“ im Web den Gedanken ins Spiel, dass es um Nutzer einer Website geht, die gut geschriebene Texte lesen, interessante Videoinhalte sehen oder Podcasts hören möchten. Und auch schickes Bildmaterial sehen möchten wie Produktfotos oder Infografiken.

In erster Linie geht es aber um textbasierten Content. Ohne entsprechende Webtexte sind Seiten für Suchmaschinen uninteressant und für Leser noch uninteressanter. Und daher sollte eine Content Optimierung sich zuerst den Texten zuwenden.

Dazu gibt es einen anderen wichtigen Faktor: die Google Search Updates. Bis vor einigen Jahren konnte man noch mit allerlei Tricks wie Keyword Stuffing und Linkfarmen Google überlisten. Zwar nicht ganz legal, aber man landete weit oben in den Suchergebnisseiten. Das wird zunehmend verunmöglicht, da diese Tricks von Google erkannt und abgestraft werden. Ökonomisch ausgedrückt steigen damit die Kosten für halblegale bis illegale Maßnahmen. Und damit wird der Anreiz größer, gleich auf langfristige und legitime Praktiken zu setzen. Und wenn man genau hinhört, was Matt Cutts von Google sagt, dann ist das erstaunlich nah dran an den Ideen, die die „Content Marketing“ Fraktion proklamiert: schreibt Texte, für die sich Leser interessieren und nicht Suchmaschinen.

Hier also wie versprochen meine 3 Tipps, die sich aus der Content Marketing – Idee ziehen lassen:

1) Verwenden Sie eine zielgruppengerechte Ansprache

Sie ahnten es schon: wenn ihre Leser von Advice Animals noch nie gehört haben, werden diese über eine feinsinnig portionierte Ironie ihres geposteten Confession Bear Mem auch nicht schmunzeln. Nichts wirkt auf Nutzer schlimmer, als ein unpassender Jargon. Sprechen Sie authentisch, holen Sie sich über Kommentare Feedback ein. Nehmen Sie Ihre Nutzer ernst und ziehen Sie die Leser in die Diskussion mit ein. Top-Down-Kommunikation ist kein tragfähiges Konzept, sprechen Sie mit Ihren Lesern auf Augenhöhe.

2) Erstellen Sie qualitativ hochwertige Inhalte

Wahllos zusammenkopierte Texte mit vielen Links, vollgestopft mit Keywords – ganz ehrlich – möchten Sie so etwas lesen? Geschweige denn auf Facebook Ihren Freunden mitteilen? Sehr wahrscheinlich nicht, und den Besuchern Ihrer Seite geht es hier auch nicht anders. Wenn ihre Geschäftstätigkeit im horizontalen Gewerbe angesiedelt ist oder etwas mit Online-Casinos zu tun hat, können Sie diesen Tipp ignorieren.

Für alle anderen gilt: planen Sie ihre Inhalte mit Nachhaltigkeit. Wenn Content King ist und damit würdevoll sein soll, dann kostet dieser auch mehr, als ein paar vom Praktikanten erstellte Texte. Nur werden sich diese Mehrkosten auf Dauer amortisieren durch Nutzervertrauen und wiederkehrende User.

3) Ihre Website ist für User, nicht für Maschinen gemacht

Klassische Suchmaschinenoptimierung tendiert zu einer gewissen Einseitigkeit und Zahlenfixiertheit. Traffic, Conversionrate, PageRank. Nur kaufen diese Zahlen in Ihrem Shop keine Produkte. Es mag sein, dass Spider Ihre Website gut finden – nur muss diese am Ende für Menschen einen realen Mehrwert aufweisen. Sonst war die ganze Optimierung umsonst. Schreiben Sie Texte, die Leser interessieren. Schreiben Sie Texte, die Sie selbst lesen würden.

Wie oben erwähnt: Auch wenn man die journalistisch Regel „Texte für die Leser schreiben“ als Basisbanalität abtun kann – warum handelt man in den wenigsten Fällen danach? Um sich genau daran zu erinnern, macht es Sinn sich wiederkehrend mit den Basics zu beschäftigen. Dafür sollte man der Debatte um „Content Marketing“ danken, dass Sie hier den Fokus weg von der Technik hin zu den Lesern richtet.

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