Ein Blog zum Online-Shop – Shopware Blog oder WordPress?

shopware wordpress blog

Blogs sind aus der heutigen Unternehmenskommunikation nicht mehr wegzudenken. Ein Blog ist relativ schnell eingerichtet und eignet sich für die Kommunikation auf Augenhöhe mit den Lesern. Gerade für alle Meldungen, die unter „News“ einsortiert werden können, ist ein Blog durch die chronologische Form sehr gut geeignet. Und für Online-Shops allemal, denn auf dem Blog kann ich für Kunden kontinuierlich frischen Content anbieten. Und im Idealfall aus Lesern Käufer machen. Dazu ist es hinsichtlich Kundenfreundlichkeit und Suchmaschinenoptimierung essentiell attraktive Inhalte bereitzustellen.

Ist die Entscheidung für ein Blog getroffen, stellt sich die Frage, welche Software zum Einsatz kommt. Im folgenden also ein kurzer Vergleich des internen Shopware Blog (aktuell mit der Shopware Version 4.2.1) versus WordPress (3.8.1) als eigenständige Blog-Software.

Bedienung

Fangen wir mit Shopware und der Bedienung im Backend an. Blog-Kategorien werden in den Shop-Kategorien angelegt. Ich erstelle hier eine Kategorie, der ich Blog-Artikel zuweisen kann. Shopware verwaltet die Blog-Artikel über eine modifizierte Produkt-Eingabe-Maske. Als Admin im Shopware-Backend kann ich also recht schnell Blog-Artikel anlegen und die notwendigen SEO Informationen wie title-tag, Meta Keywords, Meta Description einpflegen.

In WordPress gestaltet sich das Anlegen von Artikeln ähnlich schnell: Ich habe Beiträge, meine Blogposts, denen ich Kategorien oder Tags zuweisen kann. WordPress ist „out of the box“ allerdings nicht SEO-optimiert. Hier muss ich mit speziellen Plugins entprechende Funktionalitäten nachrüsten. Yoast ist ein bekanntes Plugin, das etwa Title-Tags und Metabeschreibungen nachrüstet. Und hier auch ein paar Bequemlichkeiten mit sich bringt wie eine Überprüfung, ob man die Maximallängen von Title und Metadescription eingehalten hat. Weitere Anpassungen kann ich durch Plugins realisieren. Ebenso habe ich mit weiteren benutzerdefinierten Feldern (das wäre etwa das Gegenstück zu den Artikel-Freifeldern in Shopware, die es allerdings im Blog nicht gibt) die Option weitere Parameter an der Frontend mitzugeben, etwa wenn ich meine Artikel individuell gestalten möchte.
Suchmaschinenfreundliche URLs vergeben beide Systeme, wobei ich in WordPress direkt auf die URL Einfluß nehmen kann.

Kosten

An der Stelle zeigt sich bereits: WordPress ist ein weiteres CMS zusätzlich zum Shop und erfordert Konfiguration. Dafür muss ich wissen, wohin ich mit dem Blog möchte. Ich kann Plugins natürlich auch nachrüsten, generell sollte ich aber mit einer Grundidee starten. Es sollte also festgelegt werden, welche Features das Blog alle beinhalten soll. Die Möglichkeiten von WordPress bringen nur Mehrwert, wenn sie auch genutzt werden. Ansonsten habe ich in erster Linie Kosten für Implementierung, Template, Anpassung und Wartung.
Es wird an der Stelle oft vergessen, dass guter Content Zeit und Geld kostet. Ich sollte bereit sein, dauerhaft Content zu liefern. Werde ich auch in 12 Monaten noch Inhalte liefern? Wenn dies nicht der Fall ist, genügt auch eine einfache Lösung.

Die Kosten des Shopware Blog sind geringer, da dieses bereits im Shop integriert ist. Es sollte noch das Aussehen im Frontend angepasst werden, dass es sich in das aktive Shop-Template einfügt. Ansonsten: keine weiteren Kosten zum bestehenden Shop.

Sicherheit und Wartung

Um es drastisch zu formulieren: wenn Sie WordPress nicht regelmässig pflegen, holen Sie sich ein Sicherheitsrisiko auf den Server. Wenn das Blog nicht auf einer Satellitendomain sondern auf demselben Server wie das Shopsystem liegt, ist auch der Shop bei einem Angriff betroffen. Sollte ein Angreifer über WordPress auf den Server gelangen, ist das schlecht. WordPress ist „relativ“ sicher. Sicherheit heisst in dem Fall, dass es bei bestehenden Lücken Updates gibt, die manuell über das Backend eingespielt werden müssen. Wenn Sie dies nicht tun, ist WordPress unsicher. Und die Updates gibt es nicht nur für die Core-Dateien, sondern für jedes Template und für alle Plugins.

Also: wenn Sie sich auch in 12 Monaten noch regelmässig im Blog einloggen, ist das kein Problem. Falls nicht, holen Sie sich ein veraltendes System auf den Server, das eine Gefahr darstellen kann. Ich möchte hier keine Panik betreiben – aber dieser Punkt ist wirklich wichtig.

Bei einem Shopware-internen Blog entfällt der Wartungsaufwand. Das Blog ist mit der Shopsoftware mitgeliefert und wird auch bei jedem Shopsystem mit geupdatet. Das heisst aber, dass ich die Shopupdates mitmachen sollte. Sicherheitsrisiken bei Shopware sind als eher gering einzuschätzen.

Komplexe Setups

Sobald es über die normalen Anforderungen hinausgeht, sollten diese genau eruiert werden. Etwa in einem mehrsprachigen Setup – was passiert in dem Fall mit den Blog-URLs und RSS-Feeds? Shopware kann diese z.B. verwalten, ich kann mit Shopware prinzipiell auch verschiedensprachige Blogs betreiben. Was ist mit Kommentaren und Spam? Kann ich Disqus als Kommentarsystem einfügen? Am besten ist es diese Anforderungen als Liste zu erstellen. Vermutlich ist dann aber WordPress meine Lösung.

Denkbar ist auch das Szenario, dass ich verschiedene Nutzer verwalten möchte. Mehrere CMS-Systeme zur Verfügung zu haben, kann auch Vorteile mit sich bringen: Ich kann in WordPress Autoren anlegen, ohne dass diese das Shop Backend zu Gesicht bekommen. Etwa wenn ich externe Autoren habe, die mit meiner Shopadministration nichts zu tun haben müssen. Ich kann in Shopware mit der ACL-Rechteverwaltung zwar auch Benutzergruppen anlegen, wenn ich diese gezielt für die Blog-Inhalte gestalten möchte (etwa Autor – Redakteur), erlaubt WordPress eine bessere Feinjustierung.
Ein weiterer, möglicher Vorteil von einem unabhängigen System wie WordPress: dieses kann ich als Satellitenseite unabhängig vom Shop betreiben, auf einem anderen Server mit abweichender IP.

Geht das nicht beides zusammen?

„Aber man müsste doch nur beide Systeme zusammen bringen…“. Die Antwort auf diese Überlegung habe ich schon parat – und sie lautet ziemlich eindeutig: Nein. Die Idee, Shopsystem und Content-Management-System zu verschmelzen führt unweigerlich ins Verderben. Die Idee hatte schon mehrere vor Ihnen und die Resultate waren jedes Mal unbrauchbar. Die Liste der gescheiterten Experimente auf diesem Weg ist lang, wie etwa die Zusammenführung aus Magento und Typo3 zu typogento. Heraus kommt eine undefinierbarer Software, der sich weder anpassen, noch bedienen, noch warten lässt. Weder Sie noch Ihre Kunden werden glücklich damit.

Fazit tl;dr

Das oben gesagte auf eine kurze Formel reduziert: Wenn ich viel Content produziere und diesen strukturiert organisieren will, ist WordPress das Mittel der Wahl. Wenn mehrere Autoren in meinem Blog schreiben und Redakteursarbeit anfällt, macht WordPress Sinn. Falls ich dagegen nur gelegentlich Inhalte produziere, ist das interne Shopware Blog der richtige Kandidat. So oder so: viel Erfolg beim Bloggen!

Bild: marekuliasz | shutterstock.com

WordPress gehackt – wie ein Shopblog Teil eines Botnetz von Selecta1c wurde

ecommerce security

Hacking von Shop-Software oder Blogs – ein leidiges Thema. Leider aber auch ein häufiges Thema, das wirklich jeden erwischen kann. Gerade Massenhacks von Software sind verhältnismässig einfach durchzuführen. Denn wozu sollte ein Hacker sich die Mühe machen, wenn er auch ein automatisiertes Botnetz zur Intrusion losschicken kann?weiterlesen

Aufgepasst beim Update auf WordPress 3.1

Wie ich heute durch Twitter erfuhr, sollten Nutzer eines modifizierten TwentyTen-Theme (das Standard Theme in WP) beim Update aufpassen, da das Theme mit geupdatet wird und etwa selbst Funktionen überschrieben werden. Allerdings sollte man als Entwickler hoffentlich beachtet haben, denn schließlich wird dieses Szenario in entsprechenden Tutorials beschrieben. Die Entwicklung eigenere Themes, die auf anderen Themes basieren, sollten laut WordPress-Codex als Child-Theme passieren. Dadurch werden in einem eigenen Ordner nur die Dateien weiterlesen